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Nährstoffeab 40

Quellen: DGE, EFSA, BfR, WHO

Vitamin D

Vitamin D: Welche Zufuhr belegt ist und welche nicht

Der Referenzwert für Vitamin D beträgt in Deutschland 20 Mikrogramm pro Tag, also 800 Internationale Einheiten, und er gilt ausdrücklich nur bei fehlender eigener Bildung in der Haut. Er ist zudem ein Schätzwert und keine empfohlene Zufuhr. Die Ernährung mit üblichen Lebensmitteln liefert bei Erwachsenen 2 bis 4 Mikrogramm pro Tag; die Hauptversorgung erfolgt nach derselben Quelle über die körpereigene Bildung durch Sonnenlicht. Der Wert beschreibt also nicht, wie viel gegessen werden soll, sondern wie viel nötig wäre, wenn die Haut nichts beitragen würde.

Stand:

Vitamin D in Zahlen, mit Quelle und Bedingung
AngabeWertQuelle und Bedingung
Referenzwert, Schätzwert20 µg pro Tag (800 I.E.)DGE, Stand 2012, nur bei fehlender eigener Bildung in der Haut
Adequate Intake der EU-Behörde15 µg pro TagEFSA, Stand 2017, erhoben unter angenommener minimaler Bildung in der Haut
Beitrag der üblichen Ernährung2 bis 4 µg pro TagDGE, für Jugendliche und Erwachsene
Höchstmenge in Nahrungsergänzungsmitteln20 µg pro TagesverzehrempfehlungBfR, Stand 2023
Anteil unter 50 nmol/l im Serum61,6 % der ErwachsenenRKI, DEGS1, 6.995 Personen
Anteil unter 30 nmol/l im Serum30,2 % der ErwachsenenRKI, DEGS1
Mittelwert im Serum45,6 nmol/lRKI, DEGS1, kein Geschlechtsunterschied im Mittel

Beide Behörden setzen ihren Wert, ohne einen Bedarf ableiten zu können: die DGE als Schätzwert, die EFSA als Adequate Intake, weil die Evidenz für einen Durchschnittsbedarf nicht ausreicht. Die EFSA hat ihre 15 µg so angesetzt, dass die Mehrheit der Erwachsenen eine Serumkonzentration nahe oder über 50 nmol/l erreicht, also über derselben Schwelle, an der die Anteile in dieser Tabelle gemessen sind, und hält fest, dass der Bedarf über die Ernährung bei vorhandener Bildung in der Haut niedriger oder sogar null ist. Höchstmenge und deutscher Referenzwert liegen auf derselben Zahl, 20 µg. Das ist der Gegenfall zu Eisen, wo die Höchstmenge für Präparate mit 6 mg weit unter dem Referenzwert von 16 mg liegt: ein Vitamin-D-Präparat an der Obergrenze kann den Referenzwert vollständig tragen.

Anteil mit einem Serumwert unter 50 nmol/l, nach Geschlecht und Alter
GruppeJüngste AltersgruppeÄlteste Altersgruppe
Frauen55,9 % (18 bis 44 Jahre)69,9 % (65 Jahre und älter)
Männer61,6 % (jüngste Gruppe)62,6 % (älteste Gruppe)

Der Anteil steigt bei Frauen über die Altersgruppen deutlich, bei Männern kaum. Im Mittelwert des Serumspiegels unterscheiden sich die Geschlechter dagegen nicht (45,3 gegenüber 45,9 nmol/l). Für Frauen zwischen 45 und 64 nennt die Publikation einen eigenen Wert in einer Tabelle, die hier nicht gelesen werden konnte; er erscheint deshalb nicht. Saisonal gilt: im Sommer liegt die Hälfte der Untersuchten bei 50 nmol/l oder darüber, im Winter ein Viertel unter 30 nmol/l.

Der Referenzwert und seine Bedingung

Wie viel Vitamin D pro Tag ist in Deutschland als Referenzwert genannt?

Auch gefragt: Wie viel Vitamin D braucht man ab 40? · Was bedeuten 800 I.E. Vitamin D?

Der Referenzwert für Vitamin D liegt in Deutschland bei 20 Mikrogramm pro Tag, das entspricht 800 Internationalen Einheiten, und gilt einheitlich für Kinder ab einem Jahr, Jugendliche und Erwachsene einschließlich der Altersgruppe ab 65 Jahren. Er ist als Schätzwert ausgewiesen und nicht als empfohlene Zufuhr. Entscheidend ist die Bedingung, unter der er gilt: bei fehlender eigener Bildung in der Haut. Der Stand der Ableitung ist 2012. Die EFSA nennt 15 Mikrogramm pro Tag als Adequate Intake und hält fest, dass die verfügbare Evidenz die Ableitung eines Durchschnittsbedarfs nicht erlaubt; beide Behörden setzen den Wert also, ohne einen Bedarf berechnen zu können (Stand 2017).

  • Quellen
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Vitamin D
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Dietary Reference Values for nutrients
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Gilt der Wert von 20 Mikrogramm auch, wenn ich regelmäßig draußen bin?

Auch gefragt: Muss ich 20 µg Vitamin D essen? · Was heißt bei fehlender endogener Synthese?

Nein. Der Referenzwert für Vitamin D von 20 Mikrogramm ist ausdrücklich für den Fall formuliert, dass die Haut kein Vitamin D bildet. Hauptversorgungsweg ist die körpereigene Bildung durch Sonnenlicht; für die Ernährung mit üblichen Lebensmitteln sind bei Jugendlichen und Erwachsenen nur 2 bis 4 Mikrogramm pro Tag angegeben. Der Wert beschreibt also nicht die Menge, die gegessen werden soll, sondern die Menge, die nötig wäre, wenn die Haut nichts beitragen würde. Die EFSA formuliert dieselbe Bedingung von der anderen Seite: ihre Auswertung beruht auf Daten unter angenommener minimaler Bildung in der Haut, und bei vorhandener Bildung sei der Bedarf über die Ernährung niedriger oder sogar null (Stand 2017).

  • Quellen
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Vitamin D
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Dietary Reference Values for nutrients
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Kann der Bedarf über die Ernährung allein gedeckt werden?

Auch gefragt: Welche Lebensmittel enthalten Vitamin D? · Reicht Essen für Vitamin D?

Nein, die Ernährung allein deckt den Vitamin-D-Referenzwert nach Angabe der Quelle nicht: übliche Lebensmittel liefern bei Jugendlichen und Erwachsenen 2 bis 4 Mikrogramm pro Tag, gegenüber einem Referenzwert von 20 Mikrogramm. Diese Zufuhr gilt ausdrücklich als nicht ausreichend, um ohne eigene Bildung in der Haut einen guten Status zu erreichen. Für angereicherte Lebensmittel gelten eigene Obergrenzen, etwa 1,5 Mikrogramm pro 100 Gramm in Milchprodukten und 7,5 Mikrogramm pro 100 Gramm in Streichfetten und Speiseölen.

  • Quellen
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Vitamin D
  • Bundesinstitut für Risikobewertung, Höchstmengenempfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Wie viel Vitamin D darf ein Nahrungsergänzungsmittel enthalten?

Auch gefragt: Was ist die Höchstmenge für Vitamin-D-Präparate? · Wie viel Vitamin D ist zu viel?

Für Vitamin D in Nahrungsergänzungsmitteln nennt das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Höchstmenge von 20 Mikrogramm pro Tagesverzehrempfehlung eines Produkts, Stand 2023. Bemerkenswert daran ist, dass Höchstmenge und Referenzwert hier auf derselben Zahl liegen. Bei Eisen ist es umgekehrt: dort liegt die Höchstmenge für Präparate mit 6 Milligramm weit unter dem Referenzwert von 16 Milligramm. Ein Vitamin-D-Präparat an der Obergrenze kann den Referenzwert also vollständig abdecken.

  • Quellen
  • Bundesinstitut für Risikobewertung, Höchstmengenempfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Vitamin D
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Die Versorgungslage in Deutschland

Wie viele Erwachsene in Deutschland liegen unter dem Grenzwert?

Auch gefragt: Haben die meisten Menschen Vitamin-D-Mangel? · Wie ist die Vitamin-D-Versorgung in Deutschland?

Vitamin-D-Werte unter 50 Nanomol pro Liter im Serum finden sich bei 61,6 Prozent der untersuchten Erwachsenen, Werte unter 30 Nanomol pro Liter bei 30,2 Prozent. Der Mittelwert liegt bei 45,6 Nanomol pro Liter. Grundlage ist die Untersuchung von 6.995 Personen im Rahmen der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland. Im Mittel unterscheiden sich Frauen und Männer dabei nicht, 45,3 gegenüber 45,9 Nanomol pro Liter. Die Schwelle von 50 Nanomol pro Liter ist dabei kein beliebiger Wert: die EFSA hat ihren Referenzwert von 15 Mikrogramm so angesetzt, dass die Mehrheit der Erwachsenen eine Serumkonzentration nahe oder über dieser Schwelle erreicht (Stand 2017).

  • Quellen
  • Robert Koch-Institut, Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland, Auswertung zum Vitamin-D-Status
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Dietary Reference Values for nutrients
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Verschlechtert sich die Vitamin-D-Versorgung mit dem Alter?

Auch gefragt: Sind ältere Frauen häufiger betroffen? · Gibt es einen Unterschied zwischen Frauen und Männern?

Bei Vitamin D steigt der Anteil unterhalb von 50 Nanomol pro Liter mit dem Alter, allerdings nur bei Frauen deutlich. Er nimmt von 55,9 Prozent bei Frauen zwischen 18 und 44 Jahren auf 69,9 Prozent bei Frauen ab 65 Jahren zu. Bei Männern verändert er sich über die Altersgruppen kaum, von 61,6 auf 62,6 Prozent. Im Mittelwert des Serumspiegels besteht dagegen kein Geschlechtsunterschied, was zeigt, dass der Unterschied im Altersverlauf liegt und nicht im Niveau.

  • Quellen
  • Robert Koch-Institut, Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland, Auswertung zum Vitamin-D-Status
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Ist die Versorgung im Winter schlechter als im Sommer?

Auch gefragt: Muss ich im Winter Vitamin D nehmen? · Wie stark schwankt Vitamin D über das Jahr?

Ja, die Vitamin-D-Versorgung schwankt jahreszeitlich deutlich. Im Sommer erreicht die Hälfte der Untersuchten einen Serumwert von 50 Nanomol pro Liter oder mehr, im Winter liegt ein Viertel unter 30 Nanomol pro Liter. Das ist mit dem Hauptversorgungsweg vereinbar, den die Referenzwerte nennen: die Bildung in der Haut durch Sonnenlicht, die in den dunklen Monaten in Deutschland gering ausfällt. Ob daraus für eine einzelne Person eine Einnahme folgt, ist damit nicht gesagt.

  • Quellen
  • Robert Koch-Institut, Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland, Auswertung zum Vitamin-D-Status
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Vitamin D
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Was die Leitlinie von 2024 sagt

Was empfiehlt die Leitlinie von 2024 gesunden Erwachsenen unter 75?

Auch gefragt: Rät die aktuelle Leitlinie von Vitamin D ab? · Soll ich Vitamin D vorbeugend nehmen?

Die Vitamin-D-Leitlinie der Endocrine Society von 2024 spricht sich bei gesunden Erwachsenen unter 75 Jahren gegen eine Zufuhr aus, die über den Referenzwerten liegt und ohne Test des Blutwerts erfolgt. Genau so definiert sie den Begriff, den sie verwendet: eine Zufuhr, die die Referenzwerte übersteigt und ohne Bestimmung des 25-Hydroxy-Vitamin-D-Werts eingenommen wird. Sie hält zugleich ausdrücklich fest, dass sie die bestehenden Referenzwerte nicht ersetzen soll. Für Menschen ab 75 Jahren empfiehlt sie umgekehrt eine Einnahme.

  • Quellen
  • Endocrine Society, Clinical Practice Guideline: Vitamin D for the Prevention of Disease
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Sollte der Vitamin-D-Wert im Blut routinemäßig bestimmt werden?

Auch gefragt: Lohnt sich ein Vitamin-D-Test? · Wird ein Screening empfohlen?

Die Leitlinie von 2024 spricht sich gegen eine routinemäßige Bestimmung des Vitamin-D-Werts in allen betrachteten Gruppen aus. Als Begründung nennt sie, dass keine Studienevidenz für ein Screening in der Allgemeinbevölkerung gefunden wurde, auch nicht bei Adipositas oder dunkler Haut, und dass kein Zielwert klar belegt ist, der zur Krankheitsvorbeugung erreicht werden müsste. Für Personen mit einer bestehenden medizinischen Indikation gilt das ausdrücklich nicht; auf diese Gruppe bezieht sich die Empfehlung nicht.

  • Quellen
  • Endocrine Society, Clinical Practice Guideline: Vitamin D for the Prevention of Disease
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Täglich einnehmen oder in hohen Einzeldosen?

Auch gefragt: Sind Vitamin-D-Wochendosen sinnvoll? · Wie sollte Vitamin D eingenommen werden?

Für Personen über 50 Jahren, bei denen Vitamin D indiziert ist, empfiehlt die Leitlinie von 2024 die tägliche Einnahme statt hoher Einzeldosen in größeren Abständen. Zur optimalen Höhe der Dosis äußert sie sich ausdrücklich nicht: sie hält fest, dass die optimalen Dosierungen für die betrachteten Gruppen unklar bleiben, weil die eingeschlossenen Studien sehr unterschiedliche Mengen verwendeten und viele Teilnehmende ihre eigenen Präparate weiter einnahmen.

  • Quellen
  • Endocrine Society, Clinical Practice Guideline: Vitamin D for the Prevention of Disease
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026