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Nährstoffeab 40

Quellen: DGE, EFSA, BfR, WHO

Calcium & Knochen

Calcium & Knochen: Welche Calciumzufuhr die Leitlinien nennen

Für Calcium nennen drei Behörden drei Zahlen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 1000 Milligramm pro Tag, unverändert für alle Erwachsenen ab 19 Jahren, ohne Unterscheidung nach Alter oder Geschlecht (Stand 2013). Die EFSA setzt 950 Milligramm ab 25 Jahren an, abgeleitet aus Bilanzstudien (Stand 2017). Die US-Fachakademie nennt 1200 Milligramm, aber nur für Frauen von 51 bis 70 Jahren; für Männer desselben Alters bleibt sie bei 1000 (Stand 2011). Die Erhöhung um 200 Milligramm im Alter der Menopause ist damit die einzige altersgebundene Anpassung, die eine der drei Behörden vornimmt, und die deutsche Tabelle kennt sie nicht.

Stand:

Empfohlene Calciumzufuhr in Milligramm pro Tag, nach Quelle und Zielgruppe
ZielgruppeDGE (D-A-CH), 2013EFSA, 2017NASEM (USA), 2011
Frauen, 19 bis 50 Jahre1000 mg950 mg1000 mg
Frauen, 51 bis 70 Jahre1000 mg950 mg1200 mg
Frauen, ab 71 Jahren1000 mg950 mg1200 mg
Männer, 19 bis 70 Jahre1000 mg950 mg1000 mg
Männer, ab 71 Jahren1000 mg950 mg1200 mg

Die DGE bezeichnet ihren Wert als empfohlene Zufuhr, nicht als Schätzwert, und differenziert ab 19 Jahren weder nach Alter noch nach Geschlecht. Die EFSA nennt für 18 bis 24 Jahre 1000 Milligramm, weil in diesem Alter noch Knochenmasse aufgebaut wird, und ab 25 Jahren 950; der zugehörige Durchschnittsbedarf liegt bei 750 Milligramm. Der amerikanische Durchschnittsbedarf für Frauen von 51 bis 70 beträgt 1000 Milligramm und damit genau die Zahl, die die DGE als Empfehlung für alle ausgibt; ein Durchschnittsbedarf deckt die Hälfte einer Bevölkerung, eine Empfehlung nahezu alle.

Frakturrisiko unter Calcium und Vitamin D, Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration 2014
Was untersucht wurdeRelatives RisikoAbsolut, pro Jahr
Vitamin D allein, Hüftfrakturen (11 Studien, 27.693 Teilnehmende)1,12 (0,98 bis 1,29)kein Effekt nachweisbar
Calcium mit Vitamin D, Hüftfrakturen (9 Studien, 49.853 Teilnehmende)0,84 (0,74 bis 0,96)1 Hüftfraktur weniger pro 1000 Personen, die zu Hause leben (0 bis 2)
Calcium mit Vitamin D, Hüftfrakturen bei Menschen in Pflegeeinrichtungen0,84 (0,74 bis 0,96)9 Hüftfrakturen weniger pro 1000 Personen (2 bis 14)
Calcium mit Vitamin D, Frakturen jeder Art (10 Studien, 49.976 Teilnehmende)0,95 (0,90 bis 0,99)von der Arbeit nicht absolut ausgewiesen
Calcium mit Vitamin D, klinische Wirbelkörperfrakturenkein signifikanter Effektkein Effekt nachweisbar

Dieselbe relative Risikoreduktion, zwei sehr verschiedene absolute Größen: der Unterschied liegt im Ausgangsrisiko der jeweiligen Gruppe, nicht in der Dosis. Die Arbeit rechnet mit 8 Hüftfrakturen pro 1000 Personen und Jahr bei zu Hause lebenden und 54 bei in Einrichtungen lebenden Menschen. Untersucht wurden postmenopausale Frauen und ältere Männer; in zwölf von 31 Vitamin-D-Studien lag das mittlere Alter bei 80 Jahren oder darüber. Die DVO-Leitlinie formuliert im Prophylaxekapitel dasselbe Ergebnis so: über einen bestehenden Mangel hinaus haben Calcium und Vitamin D bestenfalls geringe Auswirkungen auf Frakturraten.

Calciumzufuhr von Frauen in Deutschland, Nationale Verzehrsstudie II (Erhebung 2005 bis 2007)
AltersgruppeMedian der ZufuhrReferenzwertAnteil darunter
25 bis 34 Jahre1002 mg1000 mg49,7 %
35 bis 50 Jahre1014 mg1000 mg48,8 %
51 bis 64 Jahre954 mg1000 mg54,7 %
65 bis 80 Jahre873 mg1000 mg64,5 %
alle Frauen964 mg1000 mg55,2 %

Der Referenzwert bleibt über alle diese Altersbänder unverändert, die gesamte Bewegung liegt also in der Zufuhr. Zum Vergleich: über alle Männer liegen 46,1 Prozent unter dem Referenzwert, im Alter von 65 bis 80 Jahren 61,1 Prozent. Hauptquellen der Zufuhr sind bei Frauen wie Männern Milch, Milcherzeugnisse und Käse, an zweiter Stelle alkoholfreie Getränke. Die Studie ist die jüngste bundesweit repräsentative Verzehrsstudie für Calcium; sie erfasst die Ernährung, nicht die Knochendichte.

Obergrenzen: was nach oben begrenzt ist, und von wem
GrenzeWertBezugQuelle
Tolerable Upper Intake Level, 19 bis 50 Jahre2500 mg pro TagGesamtzufuhr aus Lebensmitteln, Wasser und PräparatenNASEM, 2011
Tolerable Upper Intake Level, ab 51 Jahren2000 mg pro TagGesamtzufuhr aus Lebensmitteln, Wasser und PräparatenNASEM, 2011
Höchstmengenvorschlag für Nahrungsergänzungsmittel500 mg pro Tagesverzehrmengenur der Zusatz über ein PräparatBfR, 2021
Empfohlener Hinweis auf dem Präparatab 250 mg pro TagesverzehrmengeHinweis, auf ein weiteres calciumhaltiges Präparat zu verzichtenBfR, 2021

Diese Zahlen sind keine Zielwerte und nicht mit den Referenzwerten vergleichbar: die Referenzwerte beziehen sich auf die gesamte Ernährung, der Höchstmengenvorschlag ausschließlich auf den Zusatz über ein Präparat. Bemerkenswert an der amerikanischen Tabelle ist, dass sie im Alter von 51 Jahren zwei Bewegungen in entgegengesetzte Richtungen macht: die Empfehlung für Frauen steigt auf 1200, die Obergrenze für beide Geschlechter sinkt auf 2000. Der Abstand zwischen beiden Zahlen schrumpft damit für eine Frau von 1500 auf 800 Milligramm pro Tag. Den 250-Milligramm-Hinweis schlägt das BfR vor; eine gesetzliche Pflicht ist damit nicht ausgesagt.

Der eigene Zielwert

Wie viel Calcium ist für Frauen ab 40 als Referenzwert genannt?

Auch gefragt: Gibt es einen eigenen Calciumwert für Frauen ab 40? · Wie viel Calcium am Tag ist in Deutschland empfohlen?

Calcium ist in Deutschland mit 1000 Milligramm pro Tag als empfohlene Zufuhr angesetzt, und dieser Wert gilt unverändert für alle Erwachsenen ab 19 Jahren (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Stand der Ableitung 2013). Die Referenzwerttabelle unterscheidet ab diesem Alter weder nach Altersband noch nach Geschlecht: 19 bis unter 25, 25 bis unter 51, 51 bis unter 65 und ab 65 Jahren tragen dieselbe Zahl. Einen eigenen Referenzwert für Frauen ab 40 gibt es damit nicht. Die in Ratgebertexten häufig genannten 1200 Milligramm sind in derselben Tabelle der Wert für Jugendliche von 15 bis unter 19 Jahren, kein Erwachsenenwert. Die EFSA setzt für Erwachsene ab 25 Jahren 950 Milligramm pro Tag an, bei einem Durchschnittsbedarf von 750 Milligramm (Stand 2017).

  • Quellen
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Calcium
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Dietary Reference Values for nutrients
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Woher kommt der Unterschied zwischen 1000 und 950 Milligramm?

Auch gefragt: Warum nennt die EFSA einen niedrigeren Calciumwert als die DGE? · Welcher der beiden Calciumwerte ist der richtige?

Calcium ist bei der EFSA aus Bilanzstudien abgeleitet, und die 50 Milligramm Unterschied liegen in der Rundung dieser Ableitung, nicht in einem Streit über die Physiologie. Die Behörde nennt den Punkt, an dem sich Zufuhr und Ausscheidung über Urin und Stuhl ausgleichen, mit 715 Milligramm pro Tag; zusammen mit 40 Milligramm für Verluste über die Haut ergibt das einen Durchschnittsbedarf von 750 Milligramm. Die obere Grenze des 95-Prozent-Prognoseintervalls liegt bei 904 Milligramm, plus dieselben 40 Milligramm ergibt sie die 950 (Stand 2017). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung führt für dieselbe Altersgruppe 1000 Milligramm (Stand 2013). Beide Werte stehen deshalb nebeneinander und werden nicht gemittelt. Bemerkenswert ist die Grundlage: die EFSA hält fest, dass Maße der Knochengesundheit, also Knochendichte und Frakturraten, für die Ableitung nicht verwendbar waren, weil Genotyp, körperliche Belastung und Vitamin-D-Status als Störgrößen wirken.

  • Quellen
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Dietary Reference Values for nutrients
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Calcium
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Steigt der Calciumbedarf nach der Menopause?

Auch gefragt: Brauche ich in den Wechseljahren mehr Calcium? · Ändert sich der Calciumwert mit 50?

Nein, der Calciumreferenzwert steigt in Deutschland und in der EU nach der Menopause nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung führt 1000 Milligramm pro Tag für alle Erwachsenen ab 19 Jahren (Stand 2013), die EFSA 950 Milligramm ab 25 Jahren (Stand 2017), beide ohne Erhöhung in einem späteren Altersband und ohne Unterscheidung nach Geschlecht. Anders entscheiden die National Academies in den USA: dort steigt die Empfehlung für Frauen von 51 bis 70 Jahren von 1000 auf 1200 Milligramm, während sie für Männer desselben Alters bei 1000 bleibt und erst ab 71 Jahren nachzieht (Stand 2011). Das ist die einzige altersgebundene Anpassung unter den drei Quellen, und sie fällt mit dem üblichen Menopausenalter zusammen.

  • Quellen
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Calcium
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Dietary Reference Values for nutrients
  • National Academies, Dietary Reference Intakes for Calcium and Vitamin D
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Welcher Calciumwert gilt in den USA für Frauen ab 51 Jahren?

Auch gefragt: Warum steht in amerikanischen Quellen 1200 Milligramm? · Gilt der Wert von 1200 Milligramm auch für Männer?

Calcium ist in den USA für Frauen von 51 bis 70 Jahren mit 1200 Milligramm pro Tag als Recommended Dietary Allowance angesetzt, gegenüber 1000 Milligramm für Frauen von 19 bis 50 Jahren (National Academies, kurz NASEM, Stand 2011). Für Männer bleibt derselbe Wert bis 70 Jahre bei 1000 Milligramm und steigt erst ab 71 Jahren. Im selben Lebensjahr bewegt sich eine zweite Zahl in die andere Richtung: die Obergrenze für die Gesamtzufuhr aus Lebensmitteln, Wasser und Präparaten sinkt ab 51 Jahren von 2500 auf 2000 Milligramm pro Tag, und zwar für beide Geschlechter. Der Abstand zwischen empfohlener Zufuhr und Obergrenze schrumpft damit für eine Frau von 1500 auf 800 Milligramm pro Tag. Der amerikanische Durchschnittsbedarf für diese Gruppe liegt bei 1000 Milligramm und trifft damit genau die Zahl, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als Empfehlung für alle Erwachsenen ausgibt.

  • Quellen
  • National Academies, Dietary Reference Intakes for Calcium and Vitamin D
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Calcium
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Was Calcium am Frakturrisiko ändert

Senken Calciumpräparate das Risiko für Knochenbrüche?

Auch gefragt: Schützt Calcium vor Osteoporose? · Bringt Calcium allein etwas für die Knochen?

Ja, Calcium senkt das Frakturrisiko, aber nur zusammen mit Vitamin D und in geringem Ausmaß. Eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration über 53 Studien mit 91.791 Teilnehmenden findet für Calcium mit Vitamin D ein relatives Risiko von 0,84 für Hüftfrakturen (Konfidenzintervall 0,74 bis 0,96) und von 0,95 für Frakturen jeder Art (0,90 bis 0,99). Vitamin D allein zeigt keinen Effekt auf Hüftfrakturen, relatives Risiko 1,12 (0,98 bis 1,29). Absolut entspricht die Senkung bei zu Hause lebenden älteren Menschen einer Hüftfraktur weniger pro 1000 Personen und Jahr, mit einem Intervall von 0 bis 2; bei Menschen in Pflegeeinrichtungen sind es neun weniger pro 1000 (Stand 2014). Bei klinischen Wirbelkörperfrakturen fand die Arbeit keinen signifikanten vorbeugenden Effekt. Untersucht wurden postmenopausale Frauen und ältere Männer.

  • Quellen
  • Cochrane Database of Systematic Reviews, Vitamin D and vitamin D analogues for preventing fractures
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Was bedeutet ein relatives Risiko von 0,84 in absoluten Zahlen?

Auch gefragt: Wie groß ist der Nutzen von Calcium tatsächlich? · Wie viele Brüche verhindert Calcium mit Vitamin D?

Ein relatives Risiko von 0,84 für Hüftfrakturen unter Calcium mit Vitamin D bedeutet eine Senkung um 16 Prozent gegenüber der Vergleichsgruppe, und wie groß diese Senkung ausfällt, hängt vom Ausgangsrisiko ab. Die Cochrane-Übersichtsarbeit rechnet für zu Hause lebende älteren Menschen mit 8 Hüftfrakturen pro 1000 Personen und Jahr; daraus wird eine Hüftfraktur weniger pro 1000 Personen und Jahr, mit einem Konfidenzintervall von 0 bis 2. Für Menschen in Pflegeeinrichtungen liegt das Ausgangsrisiko bei 54 Hüftfrakturen pro 1000 und Jahr, und daraus werden neun weniger pro 1000, mit einem Intervall von 2 bis 14 (Stand 2014). Dieselbe relative Zahl ergibt also zwei sehr verschiedene absolute Größen, und der Unterschied liegt im Ausgangsrisiko der Gruppe, nicht in der Dosis.

  • Quellen
  • Cochrane Database of Systematic Reviews, Vitamin D and vitamin D analogues for preventing fractures
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Was nennt die deutsche Osteoporose-Leitlinie als Calciumzufuhr?

Auch gefragt: Wie viel Calcium bei Osteoporose? · Empfiehlt die Leitlinie Calciumpräparate?

Calcium soll nach der Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) bei einer Osteoporose ohne spezifische medikamentöse Therapie mit mindestens 1000 Milligramm pro Tag über die Ernährung zugeführt werden, mit Empfehlungsgrad A, Evidenzgrad 1 und einer Konsensstärke von 17 von 17 Stimmen (Stand 2023). Eine Supplementierung ist erst vorgesehen, wenn diese Menge über die Nahrung nicht erreicht wird, und hoch dosierte Einzelgaben sind ausdrücklich nicht empfohlen. Dieselbe Leitlinie hält im Prophylaxekapitel fest, dass Calcium und Vitamin D über einen bestehenden Mangel hinaus bestenfalls geringe Auswirkungen auf Frakturraten haben. Sie gilt für postmenopausale Frauen und für Männer ab 50 Jahren und primär nicht bei einer Niereninsuffizienz mit einer Filtrationsleistung unter 30 Millilitern pro Minute. Damit trifft die Leitlinie dieselbe Zahl wie der Referenzwert und beantwortet eine andere Frage: sie richtet sich an Menschen mit Osteoporose oder erhöhtem Frakturrisiko.

  • Quellen
  • Dachverband Osteologie, Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Die Zufuhr in Deutschland

Wie viele Frauen in Deutschland erreichen den Calciumwert nicht?

Auch gefragt: Ist eine zu geringe Calciumzufuhr in Deutschland häufig? · Wie viel Calcium nehmen Frauen in Deutschland tatsächlich auf?

Calcium wird von 55,2 Prozent der Frauen in Deutschland unterhalb des Referenzwerts zugeführt, und der Anteil steigt mit dem Alter: 48,8 Prozent bei den 35- bis 50-Jährigen, 54,7 Prozent bei den 51- bis 64-Jährigen und 64,5 Prozent bei den 65- bis 80-Jährigen. Die mittlere Zufuhr (Median) fällt parallel von 1014 auf 954 und dann auf 873 Milligramm pro Tag. Bei Männern liegen insgesamt 46,1 Prozent unter dem Referenzwert, im Alter von 65 bis 80 Jahren 61,1 Prozent. Der Referenzwert der DGE bleibt über alle diese Altersbänder bei 1000 Milligramm, die gesamte Bewegung liegt also in der Zufuhr. Die Zahlen stammen aus der Nationalen Verzehrsstudie II des Max Rubner-Instituts, erhoben von 2005 bis 2007; sie erfasst die Ernährung, nicht die Knochendichte.

  • Quellen
  • Max Rubner-Institut, Nationale Verzehrsstudie II, Ergebnisbericht Teil 2
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Calcium
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Woraus stammt die Calciumzufuhr in Deutschland überwiegend?

Auch gefragt: Welche Lebensmittel liefern das meiste Calcium? · Geht Calcium auch ohne Milchprodukte?

Calcium stammt bei Frauen wie bei Männern in Deutschland überwiegend aus Milch, Milcherzeugnissen und Käse; an zweiter Stelle tragen alkoholfreie Getränke nennenswert bei, und weitere Lebensmittelgruppen spielen keine bedeutende Rolle (Nationale Verzehrsstudie II, Erhebung 2005 bis 2007). Die mittlere Zufuhr liegt in derselben Erhebung bei Frauen bei 964 und bei Männern bei 1052 Milligramm pro Tag. Als calciumreiche Lebensmittelgruppen nennt die EFSA über Milchprodukte hinaus dunkelgrünes Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fisch mit weichen Gräten, angereicherte Lebensmittel und hartes Wasser (Stand 2017). Die Aufnahme im Darm verläuft über zwei Wege, einen aktiven und einen passiven, und sie ist im höheren Lebensalter geringer als in Wachstumsphasen.

  • Quellen
  • Max Rubner-Institut, Nationale Verzehrsstudie II, Ergebnisbericht Teil 2
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Dietary Reference Values for nutrients
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Präparate und Obergrenzen

Wie viel Calcium darf ein Nahrungsergänzungsmittel enthalten?

Auch gefragt: Gibt es eine Obergrenze für Calciumpräparate? · Was steht auf calciumhaltigen Präparaten als Hinweis?

Calcium ist vom Bundesinstitut für Risikobewertung mit einer Obergrenze von 500 Milligramm pro Tagesverzehrmenge eines Nahrungsergänzungsmittels vorgeschlagen, bezogen auf Personen ab 15 Jahren und Erwachsene (Stand 2021). Ab 250 Milligramm pro Tagesverzehrmenge schlägt das BfR zusätzlich einen Hinweis auf dem Produkt vor, auf ein weiteres calciumhaltiges Präparat zu verzichten; es handelt sich um einen Vorschlag der Behörde, eine gesetzliche Pflicht ist damit nicht ausgesagt. Diese 500 Milligramm sind kein Zielwert und nicht mit den 1000 Milligramm des Referenzwerts vergleichbar: der Vorschlag begrenzt allein den Zusatz über ein Präparat, der Referenzwert bezieht sich auf die gesamte Ernährung. Derselbe Wert von 500 Milligramm stand bereits im Vorschlag von 2004.

  • Quellen
  • Bundesinstitut für Risikobewertung, Höchstmengenempfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Calcium
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Welche Nebenwirkungen sind für Calcium mit Vitamin D belegt?

Auch gefragt: Kann zu viel Calcium schaden? · Sind Calciumpräparate schlecht für die Nieren?

Calcium mit Vitamin D war in der Cochrane-Übersichtsarbeit mit drei messbaren unerwünschten Wirkungen verbunden: Nierenerkrankungen mit einem relativen Risiko von 1,16 (Konfidenzintervall 1,02 bis 1,33) über 11 Studien mit 46.548 Teilnehmenden, Magen-Darm-Beschwerden mit 1,05 (1,01 bis 1,09) über 4 Studien mit 40.524 Teilnehmenden und eine meist milde Hypercalcämie mit 2,28 (1,57 bis 3,31). Die Sterblichkeit war nicht erhöht, relatives Risiko 0,97 (0,93 bis 1,01), Stand 2014. Die EFSA hält fest, dass eine Hypercalcämie über die Ernährung allein kaum entsteht, wohl aber durch hoch dosierte Calciumpräparate, besonders in Verbindung mit Vitamin-D-Präparaten, weil dieses die Aufnahme erhöht (Stand 2017). Die Osteoporose-Leitlinie verlangt entsprechend eine Abwägung des Nutzens gegen Nierensteine, Nierenerkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen und Herzerkrankungen.

  • Quellen
  • Cochrane Database of Systematic Reviews, Vitamin D and vitamin D analogues for preventing fractures
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Dietary Reference Values for nutrients
  • Dachverband Osteologie, Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026

Wo liegt die Obergrenze für die gesamte Calciumzufuhr?

Auch gefragt: Ab welcher Menge ist Calcium zu viel? · Gibt es in Deutschland eine Obergrenze für Calcium?

Calcium hat in der US-amerikanischen Referenzwertsystematik eine ausdrückliche Obergrenze: 2500 Milligramm pro Tag für Erwachsene von 19 bis 50 Jahren und 2000 Milligramm ab 51 Jahren, jeweils für die Gesamtzufuhr aus Lebensmitteln, Wasser und Präparaten (National Academies, kurz NASEM, Stand 2011). Definiert ist sie als die maximale tägliche Zufuhr, die für nahezu alle Personen der Allgemeinbevölkerung voraussichtlich kein Risiko unerwünschter Wirkungen birgt, verbunden mit dem Rat, sie nicht regelmäßig zu überschreiten. Die deutschen und europäischen Referenzwerte führen keine vergleichbare Obergrenze für die Gesamtzufuhr; die deutsche Zahl nach oben betrifft nur Präparate und liegt bei 500 Milligramm für den Zusatz über ein Nahrungsergänzungsmittel (BfR, Stand 2021).

  • Quellen
  • National Academies, Dietary Reference Intakes for Calcium and Vitamin D
  • Bundesinstitut für Risikobewertung, Höchstmengenempfehlungen für Vitamine und Mineralstoffe
  • Geprüft von: House of Change GmbH
  • Geprüft am: 21. August 2026